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Immunsytem


Das "intelligente" Abwehrsystem des Körpers. Es kann Fremdstoffe (z. B. Allergene) an ihren charakteristischen Strukturen der Zelloberflächen erkennen und durch die Bildung von spezifischen Antikörpern (Immunglobuline) außer Gefecht setzen. "Intelligent" ist das Immunsystem deshalb, weil es neben dem Erkennen auch neu dazulernen kann, d. h. neue Fremdstoffe zunächst "kennenlernen", die notwendigen Informationen behalten und daher zukünftig spezifisch abwehren. Die wichtigsten Akteure des Immunsystems sind die Lymphozyten. Das sind die kleinsten weißen Blutkörperchen im menschlichen Körper. Sie werden im Knochenmark und im Thymus gebildet und gelangen über das Blut bzw. die Körperflüssigkeiten in die Regionen, in denen die Abwehrreaktionen ablaufen (Lymphknoten, Milz, lymphatisches Gewebe wie Schleimhäute etc.).
Der Mensch verfügt von Geburt an über eine Reihe von Abwehrzellen. Sie bilden die sogenannte angeborene Immunität. Hinzu kommt die erworbene Immunität: Lymphozyten sind, wenn sie ihre Produktionsstätten verlassen, zunächst nicht spezialisiert. Erst der Kontakt mit einem körperfremden Stoff bewirkt die notwendige Weiterentwicklung, die die Produktion spezifischer abwehrtüchtiger Eiweißmoleküle, den sogenannten Immunglobulinen, zur Folge hat. Diese Antikörper besitzen eine zu den Antigenen komplementäre Struktur, wodurch sie diese Fremdstoffe bekämpfen bzw. unschädlich machen können (Schlüssel-Schloß-Prinzip).
Allerdings dauert die Produktion der spezifischen Abwehrzellen beim Erstkontakt mit einem Antigen ca. zwei bis drei Tage. Erst dann hat das Immunsystem den Fremdstoff ausreichend "kennenlernen" können, und die Lymphozyten beginnen mit der Massenproduktion der entsprechenden Immunglobuline. Beim zweiten und jedem weiteren Kontakt mit den Antigenen kann das Immunsystem sofort reagieren: beim Erstkontakt hat sich an der Zelloberfläche der Lymphozyten eine hochspezifische Struktur gebildet, wodurch sie nun den Eindringling schnell und sicher erkennen und sofort mit der Produktion der Antikörper beginnen können.
Dies ist die Ursache dafür, daß der Mensch in der Regel nur einmal an Infektionskrankheiten wie Masern, Röteln, Windpocken etc. erkrankt. Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem genauso, allerdings auf Fremdstoffe, die für einen gesunden Menschen i. d. R. keine Bedrohung darstellen. In der sog. Sensibilisierungsphase, also beim Erstkontakt lernt das Immunsystem den "Erreger", das Allergen, kennen und reagiert beim erneuten Kontakt mit der Massenproduktion von Abwehrzellen. In der Folge kommt es dann zu den typischen entzündlichen bzw. allergischen Reaktionen. Allergen; Allergie; Antigen; Immunglobuline; Lymphozyten



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