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Heuschnupfen: Schutz aus dem Kuhstall

MÜNCHEN, 10. Juli (MedCon) - Bauernkinder, die von klein auf durch die Ställe toben, sind deutlich besser vor Heuschnupfen, Asthma und einer allergischen Sensibilisierung geschützt als ihre Altersgenossen. So erkranken sie bis zu 15-mal seltener daran, wie Forscher um Prof. Dr. Erika von Mutius von der Universität München fanden. Ein Einfluss auf die Neurodermitis-Rate zeigte sich allerdings nicht.

In einem Interview mit dem Online-Dienst netdoktor stellte die Expertin kürzlich den aktuellen Wissensstand vor: "Wir gehen heute davon aus, dass das lernfähige Immunsystem der Kinder früh herausgefordert werden muss, damit es eine gesunde Balance zwischen Toleranz und Abwehr lernt."

Doch wenn es darum geht, das kindliche Immunsystem von klein auf zu trainieren, ist Schmutz offenbar nicht gleich Schmutz: Wie es aussieht, trainiert Schmutz aus dem Stall die Abwehrzellen angemessen, eventuell auch Schmutz aus der Scheune. Ein Effekt zeigte sich auch bei Milch vom Bauernhof.

Nun versuchen die Forscher herauszufinden, was genau vor Allergien schützt. Sie suchen sozusagen die Nadel im Heuhaufen. Die Münchner Kinderärztin geht von mikrobiellen Erregern aus, kann aber noch nicht sagen, ob es sich um Bakterien, Pilze oder Mykobakterien handelt.

Der Schutz vor Asthma beginnt offenbar schon in Schwangerschaft oder Stillzeit, wenn eine Frau viel auf dem Bauernhof / im Stall arbeitet. Bei Heuschnupfen gilt laut von Mutius vermutlich, dass der Schutz umso größer ist, je häufiger und länger die Kinder sich im Stall aufhalten. Einer finnischen Studie zufolge seien noch Bauern-Sprösslinge von 18 bis 22 Jahren besser vor Allergien geschützt als ihre Kommilitonen, die nie einen Stall von innen gesehen haben.

Auch wenn der Gedanke nahe liegen mag: Eine "Kuhmist-Krabbelgruppe" kann die Expertin nicht empfehlen, da Mütter, die nie auf einem Bauernhof waren, auch keine Antikörper gegen die stalltypischen Keime gebildet haben, die sie als Grundausstattung mit der Muttermilch an ihre Kinder weitergeben können. Ein solches Stillkind wäre daher gegen die krankheitsauslösenden Eigenschaften einiger dieser Keime nicht gut gerüstet.

Das ganze Interview gibt's unter http://www.netdoktor.de/feature/allergie_interview.htm Für die LUKAS-Studie (Ländliche Umgebung und Kinder: Allergie-Studie) werden übrigens immer noch schwangere Landwirtinnen aus den Landkreisen Weilheim-Schongau, Bad Tölz-Wolfratshausen und Starnberg sowie eventuell aus den angrenzenden Bezirken gesucht, wie die Expertin auf Anfrage mitteilte.

Interessierte Frauen wenden sich bitte an: Dr. med. Susanne Schmid, MPH Allgemeinärztin, Epidemiologin PASTURE-Studie Dr. von Hauner'sches Kinderspital der Universität München Lindwurmstr. 4 80337 München Tel. 089 / 5160-7787 Fax 089 / 5160-4452

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