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Geschwister schützen vor Allergien

BERGEN, 05. Mai (MedCon) - Geschwister können ganz schön anstrengend sein - einen Vorteil bieten sie jedoch auf jeden Fall: Einer norwegischen Studie zufolge leiden Kinder mit vielen Brüdern und Schwestern seltener unter Heuschnupfen. Für ihre Studie analysierten Dr. Cecilie Svanes und ihre Kollegen vom Haraldsplass Krankenhaus in Bergen die Angaben von mehr als 18.500 Europäern zu den Lebensbedingungen in ihrer Kindheit. Zudem war bei fast 14.000 von ihnen das Blut auf spezifische Antikörper gegen Allergene aus Pollen, Tierhaaren und Hausstaubmilben untersucht worden.

Weiteres Ergebnis der Studie: Einzelkinder, die einen Kindergarten besuchten und dadurch häufig mit anderen Kindern in Kontakt kamen, erkrankten ebenfalls seltener an Heuschnupfen. Bei Kindern mit Geschwistern ließ sich das Heuschnupfen-Risiko durch einen Kindergartenbesuch jedoch nicht weiter senken. Besonders schützend wirkten sich Geschwister übrigens bei Kindern mit einer allergischen Veranlagung aus.

"Dass ein früher Kontakt mit anderen Kindern das Risiko für Heuschnupfen senkt, liegt wahrscheinlich daran, dass die Kinder durch eine gegenseitige Ansteckung häufiger Infektionen durchmachen", erläutert Prof. Dr. Thomas Fuchs, Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen.

"Bakterien oder bakterielle Produkte als Allergieschutz werden bereits im Rahmen der Hygiene-Hypothese diskutiert", so Fuchs weiter. "Das Immunsystem benötigt anscheinend ein frühzeitiges Training durch ungefährliche Keime, sonst reagiert es später überempfindlich auf harmlose Bestandteile unserer Umwelt wie Pollen, Tierhaare und Hausstaubmilben." So erkranken beispielsweise Kinder von Landwirten, die im Stall oft Kontakt zu Bakterien haben, viel seltener an Heuschnupfen als Stadtkinder beziehungsweise Kinder, die sich nicht in Ställen aufhalten.

Ein Wermutstropfen: Während in der Studie das Heuschnupfen-Risiko umso geringer war, je mehr Geschwister ein Kind hatte, stieg das Risiko für Asthma jedoch bei Kindern mit mehr als zwei Geschwistern an. Auch Kinder, die bereits vor dem fünften Lebensjahr den Kindergarten besuchten, hatten häufiger Asthma-Symptome. Daraus folgern die Wissenschaftler, dass Bakterien zwar auf immunologischem Wege das Heuschnupfen-Risiko senken, mehr Atemwegsinfektionen jedoch anfällig für Asthma machen können.

Quelle: Thorax (2002), Vol. 57, No. 11, pp 945 - 950

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