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Allergiker leben im Straßenverkehr gefährlich

KÖLN, 04. März (MedCon) - Mit einer bundesweiten Kampagne will derzeit die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (DGAI) gemeinsam mit dem Automobilclub von Deutschland (AvD) und dem Deutschen Allergie- und Asthmabund auf ein lang unterschätztes Problem aufmerksam machen: die Unfallträchtigkeit Allergie-geplagter Autofahrer.

"Allergiker - immerhin leiden rund 20 Prozent der Bevölkerung an einer Allergie - sind ein bisher unzureichend beachtetes Unfallrisiko", betonte DGAI-Präsident Prof. Dr. Gerhard Schultze-Werninghaus zum Auftakt der Kampagne. Neue wissenschaftliche Studien lassen vermuten, dass das Unfallrisiko eines Allergikers hinterm Steuer um etwa 30 Prozent höher liegt als bei einem Nicht-Allergiker, machte Prof. Dr. Ralph Mösges (Köln) deutlich. Gründe hierfür liegen meist in der nicht ausreichenden oder fehlenden Therapie der allergischen Symptome. So können Niesanfälle oder vom Heuschnupfen verquollene Augen das Fahrverhalten deutlich beeinträchtigen, aber auch die durch Schlafstörungen oder in Folge von Medikamenten erlebte Müdigkeit hat Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit.

Eine unbehandelte Allergie besitzt im übrigen ein ähnlich hohes Gefährdungspotenzial wie Sekundenschlaf oder Alkohol am Steuer, hob Schultze-Werninghaus hervor. Diese Rückschlüsse ergeben sich unter anderem aus den Unfallzahlen des Statistischen Bundesamtes. Danach werden die meisten Unfälle im Mai registriert, in dem Monat mit der stärksten Gräserpollenbelastung.

Die jetzt gestartete Aufklärungskampagne will einerseits die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren, andererseits Betroffene wie Ärzte und Apotheker zu einer besseren, das heißt Leitlinien-gerechten Therapie mit Antiallergika ermutigen und damit letztlich auch die Zahl der Unfälle reduzieren. Darüber hinaus sollten Pollenallergiker in der Saison die Lüftung ausgeschaltet lassen und sich auf alle Fälle Kombifilter (aus Aktivkohle und Vlies) ins Auto einbauen, die sowohl Partikel als auch kleinste Pollen auffangen, empfahl der Techniker Dr. Manfred Tumbrink. Sie sollten auf die regelmäßige Wartung/Erneuerung des Filters einmal im Jahr bzw. nach 15000 Kilometern achten. Die Kampagne ist mit einer Vielzahl von weiteren öffentlichen Aktionen verbunden.

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